Entdeckung und Geschichte

Der Weißdorn (Crataegus) ist eine Heilpflanze, deren medizinische Verwendung weit in die Vergangenheit zurückreicht. Schon in der Antike wurde der Weißdorn von Griechen und Römern geschätzt. Der griechische Arzt Dioskurides erwähnte im ersten Jahrhundert n. Chr. in seinem Werk „De Materia Medica“ die herzstärkenden Eigenschaften. Auch in der traditionellen chinesischen Medizin wurde es zur Linderung verschiedener Beschwerden eingesetzt.

Im Mittelalter war es vor allem in Klostergärten zu finden. Mönche kultivierten die Pflanze und setzten sie zur Behandlung von Herzkrankheiten ein. Jahrhundert entdeckte der irische Arzt Dr. Green die positive Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System wieder und machte die Pflanze in der modernen Medizin bekannt.

Weißdorn: Darreichungsformen und Dosierung

Es kann in verschiedenen Darreichungsformen eingenommen werden. Am gebräuchlichsten sind Tee, Kapseln, Tabletten, Tinkturen und Extrakte. Jede Darreichungsform hat ihre Vorteile:

  • Tee: Für die Zubereitung von Weißdorntee wird getrocknetes Weißdornkraut verwendet. Ein Teelöffel des Krautes wird mit heißem Wasser übergossen und etwa zehn Minuten ziehen gelassen. Empfohlen wird dreimal täglich eine Tasse.
  • Kapseln/Tabletten: Diese Darreichungsformen sind besonders praktisch für unterwegs. Die empfohlene Dosis variiert je nach Produkt, liegt aber in der Regel zwischen 160 und 900 mg pro Tag, aufgeteilt auf zwei bis drei Dosen.
  • Tinkturen: Dies sind alkoholische Auszüge der Pflanze. Die übliche Dosierung beträgt 20 bis 30 Tropfen, zwei- bis dreimal täglich.
  • Extrakte: Standardisierte Extrakte enthalten eine bestimmte Menge der wirksamen Bestandteile. Üblich sind 160 bis 180 mg Extrakt, zweimal täglich eingenommen.

Weißdorn: Behandlung von Krankheiten

Es wird vor allem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt. Er wirkt positiv auf das Herz, indem er die Durchblutung verbessert und das Herz stärkt. Einige der häufigsten Anwendungsgebiete sind

  • Herzinsuffizienz: Es kann die Kontraktionskraft des Herzens erhöhen und so die Pumpleistung verbessern.
  • Bluthochdruck: Die Pflanze hilft, den Blutdruck zu regulieren, indem sie die Gefäße erweitert und den Widerstand in den Blutgefäßen verringert.
  • Angina pectoris: Es kann die Symptome von Angina pectoris lindern, indem er die Sauerstoffversorgung des Herzens verbessert.
  • Herzrhythmusstörungen: Es kann helfen, unregelmäßigen Herzschlag zu stabilisieren.

Wirkung auf den Körper

Die im Weißdorn enthaltenen Wirkstoffe wie Flavonoide und oligomere Proanthocyanidine (OPC) haben antioxidative Eigenschaften. Sie schützen die Zellen vor oxidativem Stress und freien Radikalen. Außerdem fördern sie die Gefäßgesundheit, indem sie die Elastizität der Blutgefäße verbessern und so zur Senkung des Blutdrucks beitragen.

Es verbessert die Durchblutung des Herzmuskels, erhöht die Sauerstoffaufnahme und stärkt das Herz. Durch die Erweiterung der Herzkranzgefäße wird das Herz besser mit Sauerstoff versorgt, was die Symptome von Herzinsuffizienz und Angina pectoris lindert.

Einnahmezeitpunkt und Ergänzung

Weißdorn wird am besten als Kur über mehrere Wochen eingenommen, um eine optimale Wirkung zu erzielen. Eine regelmäßige Einnahme ist wichtig, da die volle Wirkung erst nach einigen Wochen eintritt. Vor allem bei chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist eine langfristige Einnahme oft sinnvoll.

Weißdorn: Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

Nicht jeder Mensch sollte Weißdorn einnehmen. Schwangeren und stillenden Frauen wird in der Regel von der Einnahme abgeraten, da keine ausreichenden Studien zur Unbedenklichkeit vorliegen. Menschen mit niedrigem Blutdruck sollten ebenfalls vorsichtig sein, da es den Blutdruck weiter senken kann. Bei schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollte es nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden.

Zusätzliche Heilpflanzen und Nahrungsergänzungsmittel

Um die Wirkung des Weißdorns zu unterstützen, können weitere Heilpflanzen und Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden:

  • Knoblauch: wirkt blutdrucksenkend und durchblutungsfördernd.
  • Ginkgo biloba: Fördert die Durchblutung, besonders im Gehirn, und kann die Gedächtnisleistung steigern.
  • Omega-3-Fettsäuren: Diese essentiellen Fettsäuren unterstützen die Herzgesundheit und reduzieren Entzündungen.

Weißdornreiche Lebensmittel

Weißdorn selbst kommt als Pflanze nicht direkt in Lebensmitteln vor, aber ähnliche antioxidative und gefäßstärkende Wirkungen können durch den Verzehr bestimmter Lebensmittel erzielt werden. Dazu gehören Beeren, grünes Blattgemüse und Nüsse, die reich an Flavonoiden und anderen Antioxidantien sind.

Mögliche Nebenwirkungen

Obwohl Weißdorn als sicher gilt, können in seltenen Fällen Nebenwirkungen auftreten. Dazu gehören:

  • Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung können bei empfindlichen Personen auftreten.
  • Schwindel und Kopfschmerzen: Diese Symptome können durch die blutdrucksenkende Wirkung hervorgerufen werden.

Überdosierung und ihre Folgen

Eine Überdosierung von Weißdorn kann zu schweren gesundheitlichen Schäden führen. Symptome einer Überdosierung können starker Schwindel, niedriger Blutdruck, Herzrhythmusstörungen und Ohnmacht sein. Im Extremfall kann eine Überdosierung das Herz schädigen. Daher ist es wichtig, die empfohlene Dosierung nicht zu überschreiten und im Zweifelsfall einen Arzt aufzusuchen.

Weißdorn: Naturheilkundliche Formen

Es wird in der Naturheilkunde in verschiedenen Formen eingesetzt. In der Phytotherapie wird er zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Beschwerden eingesetzt. Auch in der Homöopathie wird Weißdorn eingesetzt, meist in Form von Globuli oder homöopathischen Tropfen, die in verdünnter Form verabreicht werden.

Fazit

Weißdorn ist eine vielseitige Heilpflanze mit langer Tradition in der Herz-Kreislauf-Therapie. Seine positiven Wirkungen auf Herz und Gefäße sind gut dokumentiert und seine Anwendung kann in vielen Fällen zu einer Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Die Einnahme sollte jedoch immer mit Vorsicht und, insbesondere bei Vorerkrankungen, in Absprache mit einem Arzt erfolgen. Die Kombination mit anderen Heilpflanzen und einer gesunden Ernährung kann die Wirkung des Weißdorns zusätzlich unterstützen.

Veröffentlicht am: 19. Juni 2024

Daniel

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